Lehren kann man lernen
© WERRI BINDFAEDELE Design 2017

Philosophie

Das Allgemeine und ich selbst

Das subjektive Denken „… ist ein Denken, in dem gleichsam zwei Flügel schlagen, und das nur gelingt, wenn wirklich beide schlagen [… Im ] Philosophieren, dessen Flügel sie sind, treffen sich das Allgemeine und ich selbst.“ (K. Jaspers) Die Philosophie hat also keine Lehre im Sinne von Erkenntnissen, Vorschriften oder Wissensvorräten. Denn die abendländische Philosophie ist ein Kampfplatz endloser Streitigkeiten (J. Berthold) und hat auch nach 2500 Jahren keine wirklich allgemeingültigen philosophischen Lehren entwickelt. Es gibt in ihr schwerlich einen ‚Stand der Dinge‘, wie etwa in den Naturwissenschaften. Das passt allerdings gut zu ihrem Namen: Schließlich heißt sie nicht ‚Sopho-logie‘ („Weisheitslehre“), sondern sie ist eine - sokratisch verstandene - Liebe zur Weisheit: ‚Philo-Sophia– und Liebe ist etwas sehr Persönliches. Dieses Persönliche kann aber trotzdem viele oder gar alle Menschen angehen, weshalb Philosophie vor allem eine reflektierende Tätigkeit des Einzelnen darstellt. Für das Unterrichten des Philosophierens heißt dies, dass es um Fertigkeiten geht, die aus der Tradition des Faches stammen und die zu üben sind. Speziell zu üben ist die Erschaffung der Begriffe (F. Nietzsche), denn „der Philosoph ist der Freund des Begriffs“, heißt es. Als dieser übt er sich im Handhaben der Unterscheidungsgewohnheiten, die mit den Begriffen einhergehen, gemäß dem Diktum Hegels: „Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt.“ Damit erschließt er sich das Mittel des Reflektierens. Das Ziel des Reflektierens sind die „Fragen des Ultimaten“, wie sie für den vierten Modus der Weltbegegnung mit seinen „Problemen konstitutiver Rationalität“, wie die KLIEME-Expertise es formuliert, typisch sind. Es geht um die Fragen nach dem „Woher, Wohin und Wozu des menschlichen Lebens“,– mit andern Worten: Um all das, was I. Kant so umreißt: „Was kann ich wissen?“ - „Was soll ich tun?“ - „Was darf ich hoffen?“ - „Was ist der Mensch?“ Diese Fragen im Unterricht zur Sprache zu bringen, ist sicherlich keine einfache Sache. Sich die dafür hilfreichen fachdidaktischen bzw. methodischen Aspekte des Philosophierens zu erarbeiten, lohnt sich; ggf. müssen dafür auch neue fachliche Inhalte erschlossen werden, denn der breit gefächerte Themen-Kanon der Schule macht dies u.U. notwendig. Bei all dem berät Sie das Fachseminar Philosophie, das am Studienseminar Oldenburg eine kombinierte Ausbildung in den Fächern „Philosophie“ und „Werte und Normen“ vornimmt. Die Ausbildung unterstützt den selbstverantworteten Prozess der Professionalisierung als Lehrkraft. Sie erfolgt einerseits in der Gruppe des Fachseminars (14-tägige Fachsitzungen), andererseits als individuelle Förderung anlässlich von Unterrichtsbesuchen und den dazugehörigen Beratungsgesprächen. Dadurch konzentriert sich die Ausbildung besonders auf den Kompetenzbereich Unterrichten.

Ihr Fachleiter im Fach Philosophie

Ulrich Steckel, StR Cäcilienschule Oldenburg
Studienseminar-Oldenburg.de
Küstenseeschwalbe fliegend. Eidersperrwerk Tönning. Foto: Angela Bruens
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Philosophie

Das Allgemeine und ich selbst

Das subjektive Denken „… ist ein Denken, in dem gleichsam zwei Flügel schlagen, und das nur gelingt, wenn wirklich beide schlagen [… Im ] Philosophieren, dessen Flügel sie sind, treffen sich das Allgemeine und ich selbst.“ (K. Jaspers) Die Philosophie hat also keine Lehre im Sinne von Erkenntnissen, Vorschriften oder Wissensvorräten. Denn die abendländische Philosophie ist ein Kampfplatz endloser Streitigkeiten (J. Berthold) und hat auch nach 2500 Jahren keine wirklich allgemeingültigen philosophischen Lehren entwickelt. Es gibt in ihr schwerlich einen ‚Stand der Dinge‘, wie etwa in den Naturwissenschaften. Das passt allerdings gut zu ihrem Namen: Schließlich heißt sie nicht ‚Sopho-logie‘ („Weisheitslehre“), sondern sie ist eine - sokratisch verstandene - Liebe zur Weisheit: ‚Philo-Sophia– und Liebe ist etwas sehr Persönliches. Dieses Persönliche kann aber trotzdem viele oder gar alle Menschen angehen, weshalb Philosophie vor allem eine reflektierende Tätigkeit des Einzelnen darstellt. Für das Unterrichten des Philosophierens heißt dies, dass es um Fertigkeiten geht, die aus der Tradition des Faches stammen und die zu üben sind. Speziell zu üben ist die Erschaffung der Begriffe (F. Nietzsche), denn „der Philosoph ist der Freund des Begriffs“, heißt es. Als dieser übt er sich im Handhaben der Unterscheidungsgewohnheiten, die mit den Begriffen einhergehen, gemäß dem Diktum Hegels: „Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt.“ Damit erschließt er sich das Mittel des Reflektierens. Das Ziel des Reflektierens sind die „Fragen des Ultimaten“, wie sie für den vierten Modus der Weltbegegnung mit seinen „Problemen konstitutiver Rationalität“, wie die KLIEME-Expertise es formuliert, typisch sind. Es geht um die Fragen nach dem „Woher, Wohin und Wozu des menschlichen Lebens“,– mit andern Worten: Um all das, was I. Kant so umreißt: „Was kann ich wissen?“ - „Was soll ich tun?“ - „Was darf ich hoffen?“ - „Was ist der Mensch?“ Diese Fragen im Unterricht zur Sprache zu bringen, ist sicherlich keine einfache Sache. Sich die dafür hilfreichen fachdidaktischen bzw. methodischen Aspekte des Philosophierens zu erarbeiten, lohnt sich; ggf. müssen dafür auch neue fachliche Inhalte erschlossen werden, denn der breit gefächerte Themen-Kanon der Schule macht dies u.U. notwendig. Bei all dem berät Sie das Fachseminar Philosophie, das am Studienseminar Oldenburg eine kombinierte Ausbildung in den Fächern „Philosophie“ und „Werte und Normen“ vornimmt. Die Ausbildung unterstützt den selbstverantworteten Prozess der Professionalisierung als Lehrkraft. Sie erfolgt einerseits in der Gruppe des Fachseminars (14- tägige Fachsitzungen), andererseits als individuelle Förderung anlässlich von Unterrichtsbesuchen und den dazugehörigen Beratungsgesprächen. Dadurch konzentriert sich die Ausbildung besonders auf den Kompetenzbereich Unterrichten.

Ihr Fachleiter im Fach Philosophie

Ulrich Steckel, StR Cäcilienschule Oldenburg
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Küstenseeschwalbe fliegend. Foto: Angela Bruens